Ein Bauernlädchen im Netz

BRT_Startseite_neu2Das Land in die Stadt bringen – das ist die Vision von Manuel Perera, Gründer der Bauerntüte. Die Idee kam ihm auf dem Wochenmarkt: Warum kann man diese tollen Produkte nirgendwo anders finden? So entstand kurzerhand Ende 2013 ein Online-Shop, über den bequem die handgemachten Köstlichkeiten von Bauernhöfen aus dem Raum Köln bezogen werden können. Im Interview mit Empowering CSR erklärt er wie er mit der Bauerntüte eine Alternative zu herkömmlichen Systemen schaffen möchte.

Empowering CSR: Was ist die Bauerntüte?

Manuel Perera: Die Bauerntüte vertreibt regionale Produkte aus der Umgebung von Köln über das Internet. Derzeit kooperieren wir mit acht Bauernhöfen, die im Schnitt 30 Kilometer von Köln entfernt liegen. Wir wollen regionale Lebensmittel wieder attraktiver machen. Sie sind in der Regel frischer, schmecken besser, haben mehr Inhaltsstoffe und Transportwege werden eingespart. Bei der Bauerntüte findet man ein großes Sortiment an frischen Lebensmitteln: Neben Obst und Gemüse werden auch Molkereiprodukte, Wurstwaren und Feinkost angeboten. Die Bauerntüte kann man ohne eine Abonnenten-Pflicht bestellen. Diese kommt dann gekühlt und bereits am nächsten Tag bis an die Haustüre.

 

Empowering CSR: Seit wann gibt es die Bauerntüte und wie kam es dazu?

Manuel Perera: Die Bauerntüte gibt es seit November 2013. Wir sind zunächst mit einer dreimonatigen Testphase an den Markt gegangen. Im Februar 2014 ist die Bauerntüte dann offiziell an den Start gegangen. Gegründet habe ich die Bauerntüte nachdem mir auf dem Wochenmarkt der Gedanke kam: Warum kann ich diese schönen Produkte nicht auch unabhängig vom Wochenmarkt kaufen? Damit war die Idee geboren und ich habe mich gleich an die Umsetzung gemacht. Zunächst habe ich mir in der Region viele verschiedene Bauernhöfe angeschaut. Anschließend habe ich den Online-Shop zeitnah programmieren lassen. Mittlerweile habe ich schon zwei feste Mitarbeiter und arbeite zusätzlich mit Freiberuflern für einzelne Themen zusammen.

 

Empowering CSR: Was ist dir bei der Auswahl der Produkte für die Bauerntüte wichtig?

Manuel Perera: Ich wollte mit Höfen kooperieren, die ihre Produkte mit Bedacht herstellen und keine Gentechnik benutzen. Insgesamt habe ich vielfältige Kriterien wie die Produktionsweise des Betriebs, die Rahmenbedingungen, den Futteranbau, den Verarbeitungsprozess und den Einsatz von Zusatzstoffen zur Veredelung der Produkte einbezogen. Nicht alle Produkte in unserem Sortiment sind Bio-zertifiziert, weil viele Höfe die Bio-Zertifizierung nicht zahlen möchten. Dennoch produzieren sie auf Bio-Niveau. Viele unserer Höfe haben auch Preise gewonnen wie beispielsweise das Bauerngut Schiefelbusch, deren Eier von Stiftung Warentest im Deutschlandweiten Vergleich zum Testsieger gekürt wurden. Die Produkte in unserem Sortiment sind von höchster Qualität und unterliegen ständigen Qualitätskontrollen. Zusätzlich sind sie im Vorfeld durch mehrere Bäuche des Bauerntüten-Teams und von Freunden gegangen, bevor sie in der Bauerntüte landen.

 

Empowering CSR: Wie setzt ihr das Thema Nachhaltigkeit bei der Bauerntüte um?

Manuel Perera: Transparenz ist für uns einer der wichtigsten Aspekte unseres Unternehmens. Gerade in der Lebensmittelindustrie, über die immer wieder Skandale bekannt werden, ist Transparenz in den letzten Jahren außen vor geblieben. Um diese zu gewährleisten, haben wir beispielsweise Videos von Besuchen auf unseren Partnerhöfen produziert. Dort zeigen wir die Haltungsbedingungen von den Tieren, lassen die Bauern zu Wort kommen und begleiten sie bei der Produktion. So können Kunden im Vorfeld einen Eindruck bekommen.

Wir versuchen ein Bindeglied zwischen Verbraucher und Erzeuger zu schaffen. Daher soll die Bauerntüte in Zukunft zu einem Portal wachsen, so dass sie sich direkt miteinander austauschen können.

Der Bezug zum Produkt und der Herstellung soll dadurch wieder geschaffen werden. Denn viele wissen gar nicht mehr, wie Produkte eigentlich entstehen und wann sie saisonal vorhanden sind. Wir wollen auch einen Denkanstoß geben, mit unseren Ressourcen gut umzugehen, damit auch zukünftige Generationen noch etwas von unserer Umwelt und der Natur haben. Natürlich bekommt man im Discounter billige Massenware, aber entsprechend sind auch die Qualität und die Umstände unter denen diese hergestellt werden. Unsere Produkte sind etwas teurer, aber so ist für die Bauern ein fairer Lohn garantiert, welcher langfristig die Existenz sichert. Und auch das gesamte Konstrukt aus kleinen Betrieben kann so erhalten bleiben. Das Kapital bleibt in der Region, Arbeitsplätze werden erhalten und die Umwelt nachhaltig geschont. Die Bauerntüte möchte einen Gegenpol zu den Discountern schaffen, wieder zurück zum Ursprung führen und eine Alternative zu herkömmlichen Großsortimenten bieten.

Bauerntüte

Bild: Bauerntüte

Bild: Bauerntüte

 

Empowering CSR: Was sind eure Pläne für die Zukunft?

Manuel Perera: Zunächst stehen der Ausbau unseres Angebots um Ausflüge zu den Bauernhöfen sowie die Erweiterung der Website um ein Portal für den Austausch zwischen Produzent und Konsument an. Mein Wunsch wäre aber, unser Modell „aus der Region für die Region“ in andere Städte und Regionen Deutschlands zu tragen.

 

Die Bauerntüte im Web:

https://bauerntuete.de/

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